|
|
Punktlandung Nachdem wir in den
Siebzigern erstmalig einen für uns neuen Sechsergipfel in der Schrammsteinkette
bestiegen hatten, entdeckte unser leider viel zu früh tödlich verunglückter
Bergkamerad Frank B. eine neue Herausforderung, eine Sprung-Erstbegehung.
Neugierig begleitete ich ihn auf ein benachbartes Massiv. Stolz zeigte er mir
seinen Plan, der bei mir allerdings nur völlige Fassungslosigkeit hervorrief.
Von einem abschüssigen Tritt von der Größe einer Brotscheibe wollte er einen
sehr weiten, anlauflosen Sprung an eine zu allem Unglück auch noch höher
gelegene, feine Rippe am Gipfel wagen, von der ich übrigens kein Weiterkommen
sah. Da ich nicht selbst hopsen sollte, war es mir aber letztlich insgesamt doch
relativ gleichgültig und ich versprach, wenigstens erst mal ein aufmerksamer
Sicherungsmann zu sein. Wir holten unsere damals sehr vertrauenserweckenden,
aufgedrieselten, spiralgeflochtenen Zehnerseile, die zwar nicht viel hielten,
aber dafür schön mutzlig-kuschelig waren und recht elastisch. Da man sich zu
dieser Zeit noch ohne Gurt direkt in`s Seil einband, waren Stürze immer ein
bleibendes Erlebnis und mit vielfarbigen aber vergänglichen Tatoos unter den
Achseln und am Brustkorb verbunden, wobei der künstlerische Wert derselben
recht bescheiden war. Cleo |